V. Kapitel. Eigentliche Genußmittel.
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schehen, da nicht sämtliche Früchte zu gleicher Zeit das Reifestadium erreichen. Daher werden in der Regel wenigstens 2 Ernten erforderlich sein.
Da nun das Nährgewebe nebst dem Embryo der einzig wertvolle Teil der Frucht ist, so ist dasselbe von den umgebenden Schichten zu befreien. Man wendet zu diesem Behufe 2 Methoden an, entweder die alte, trockene oder die neuere, nasse, westindische Methode. Bei der ersteren werden die Früchte so lange getrocknet, bis die Hülse (d. i. das Exocarp), das Mark (d. i. das etwas fleischige Mesocarp), das Pergament (d.i. das Endocarp) und die Seidenhaut (d.i. die Testa) bröckelig werden und von der Bohne (d. i. das Nährgewebe nebst dem Embryo) abgerieben werden können. Bei der zweiten Methode bedient man sich eines „Pulpers" d. h. einer Maschine, welche mittels stumpfer Zähne die Hülse und das Mark abschält. Die auf diese Weise gewonnenen Bohnen sind also noch von dem Pergament (und der darunterliegenden Seidenhaut) umgeben und heißen daher Pergamentkaffee. Derselbe wird nun einem Gärungsprozesse unterworfen und darauf getrocknet, worauf das Pergament sich leicht abreiben läßt, während die Seidenhaut durch einen besonderen Polierapparat entfernt wird (Semler).
Verwertung. Als der wirksame Bestandteil der Kaffeebohne n wurde das C o f f e i n, welches in denselben als kaffeegerbsaures Salz enthalten ist, schon 1820 von Runge dargestellt. Auch in den Blättern von Coffea arabica ist es enthalten; dieselben werden daher nach Uebergießen mit kochendem Wasser unter dem Namen Sultans- kaffee oder Sakka, vielfach als Surrogat von Thee benutzt. In den Blättern des letzteren (d. h. in denen von Thea sinensis und assamicd) findet sich das Coffein ebenfalls als wirksamer Bestandteil, ebenso auch in den Blättern des Mate {Hex paraguariensis St. Hil.), in den Colanüssen (Cola acuminata R. Br.) und in der Guarana, d.h. einer Pasta, welche aus den Früchten der Paullinia sorbilis Mart. hergestellt wird. Nährstoffe enthält das Coffein nicht; dagegen wirkt es günstig bei Nervenkrankheiten, darf aber in größeren Dosen nicht in Anwendung gebracht werden, da es sonst Kongestionen, Zittern, Konvulsionen u. s. w. erzeugt.
Verbreitung. Coffea arabica ist eine Gebirgspflanze und gedeiht erst in Höhen, welche mehr als 200 m über dem Meeresspiegel liegen. Sie ist in Angola, in Abessinien, am Victoria Nyanza, überhaupt im Seengebiet, sowie in Mozambique einheimisch, wird aber jetzt in vielen Tropengegenden (zuerst im südlichen Arabien) kultiviert. In der neueren Zeit hat man auch im tropischen Ostafrika, und zwar sowohl in den deutschen, als auch in den englichen Schutzgebieten umfangreiche Kaffeeplantagen eingerichtet; in den ersteren, z. B. in

