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V. Kapitel.
Für die Färbung selbst benutzt man fein gestoßene und gemahlene rote Erde, mit welcher die Bohnen überschüttet und mit den Händen gerieben werden, oder man bringt die Bohnen in große Kaffeetrommeln, welche mit genügenden Mengen des Färbungsmittels angefüllt sind und alsdann in der bekannten Weise gedreht werden. Durch das Färben wird auch das Trocknen der Bohnen begünstigt, ein Prozeß, der überhaupt von der größten Bedeutung für die Erhaltung und Verbesserung der Ware ist. Man fängt daher jetzt auch an, künstliche Wärme, Dörröfen etc. behufs des Trocknens zu benutzen.
Als Erkennungszeichen eines guten Cacaos gilt folgendes: Das Innere der Cotyledonen (Nibs) soll rotbraun, ihr Aeußeres tief purpurrot mit einem Stich ins Braune gefärbt sein. Die Cotyledonen sollen sich leicht voneinander, sowie auch von der Schale trennen lassen; ihr Bruch soll fein, glänzend und glasartig sein.
Durch das unter hydraulischen Pressen vollzogene En tölen wird dem Cacao etwa die Hälfte seines hohen Oelgehaltes entzogen, welcher ihn so schwer verdaulich macht. Die technische Bezeichnung für dieses Oel ist Cacaobutter, welche dadurch ausgezeichnet ist, daß sie nur sehr schwer ranzig wird; man verwendet sie daher zu Pomaden, Salben etc. Der Schmelzpunkt derselben liegt bei 38° C.
Der größte Teil des Cacaos, welcher in den Handel gelangt, stammt aus Südamerika, namentlich aus Ecuador; außerdem ist Trinidad als Cacao produzierendes Land hervorzuheben, während man in Venezuela, wo die Cacaopflanzungen von den besten Erfolgen begleitet waren, in der neuesten Zeit der Katfeekultur den Vorzug gegeben hat.
Dagegen ist im Kamerun gebiete, wie oben bereits angedeutet wurde, die Cacaokultur im hohen Aufblühen begriffen, und die Erfolge sind jetzt bereits so vorzügliche, daß die Ware einen gleichen Preis erzielt wie diejenige aus Ecuador. Unsere Kolonien im tropischen Westafrika scheinen in der That zu den wichtigsten Produktionsgebieten für Cacao berufen zu sein.
3. Cola, Cola acuminata (P. B.) R. Br. (Sterculiaceae). Ein großer, 15—20 m hoher Baum des tropischen Westafrikas, mit weit ausgebreiteten, an ihren Enden etwas herabhängenden Zweigen, mit ganzrandigen, eirund-lanzettlichen, am Ende etwas ausgezogenen Blättern.
Die Blüten sind* (durch Fehlschlagen) zum Teil eingeschlechtlich, wobei in der männlichen Blüte das Gynoeceum völlig oder fast ganz, in der weiblichen Blüte die Staubblätter zum Teil unterdrückt sind. Der Fruchtknoten ist 5-fächerig, die sitzenden und wulstigen Narben sind in gleicher Anzahl wie die Fächer ausgebildet; in jedem derselben werden zahlreiche Samen entwickelt. Die Frucht ist eine 5-fächerige Balgfrucht,

