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V. Kapitel.

innernd, und werden von den Eingeborenen zum Kauen be­nutzt. Ueber die Bestandteile der Cola-Nüsse haben E. Heckel und Schlagdenhauffen eingehende Untersuchungen ausgeführt, deren Resultate im folgenden wiedergegeben sind:Die Cola-Nüsse enthalten mehr Thein als die beste Sorte Kaffee, und dieses Alkaloid ist hier um so wirksamer, als es chemisch frei, also nicht an andere Verbindungen gebunden ist. Ferner ist in dem Samen auch eine bemerkenswerte Menge Theobrom in enthalten, außerdem Glycose und dreimal mehr Stärke als im Cacao. Auch ein Tannin, ähnlich der Kaffee-Tanninsäure, und einen Farbstoff, ähnlich dem Cacaorot, findet man in den Cola-Nüssen" 1 ). Die Cola- Nüsse enthalten also nicht nur die Alkaloide des Kaffees und des Cacaos, sondern auch den wichtigsten pflanzlichen Nährstoff, die Stärke. Der Genuß der Samen kann daher zu längerem Verzicht auf anderweitige Nahrung] befähigen und außerdem auch anregend auf das Nervensystem einwirken. Cola acuminata ist in ihrer Heimat noch nicht in umfassender Weise in Kultur genommen worden, wohl aber in anderen Tropengegenden, und fast überall mit gutem Erfolge. Namentlich am Meeresufer oder wenigstens in der Nähe desselben ge­deiht sie vorzüglich; unweit der Küste von Sierra Leone findet man auch bei Höhenlagen von 200 m sehr kräftige Bäume, in noch höheren Lagen gedeiht sie aber nicht mehr.

Der Handel mit Cola-Nüssen hat in den letzen Jahren bedeutend zugenommen, und man hat auch angefangen, allerlei Präpar ate her­zustellen, wie z. B. Cola-Chokolade, Cola-Liqueur, Cola-Pastillen u. s. w.; die Cola-Chokolade soll noch nervenerregender und nahrhafter sein als die gewöhnliche Chokolade; sie erhält aber behufs der Herstellung noch einen kleinen Zusatz von Cacao.

In der neueren Zeit kommen auch Cola-Nüsse in den Handel, welche anderen Arten der Gattung Cola angehören; es ist schwer, die­selben genau zu bestimmen, da sie bisher durchweg getrocknet und zu­sammengeschrumpft waren, als sie eingesendet wurden. Es wäre nicht unwichtig, sowohl ihre genaue Abstammung, als auch ihre chemischen Bestandteile kennen zu lernen. Wahrscheinlich werden einige dieser Samen zu den neuerdings von K. Schumann unterschiedenen Arten der Gattung Cola gehören.

Die sog. bittere oder männliche Cola-Nuß, Garcinia Cola E. Heck, dagegen gehört der Familie der Clusiaceen an und ist ein 45 m hoher Baum des tropischen West- und Ostafrikas, mit kurz-

1) Man vergl. auch: E. Heckel, Les Colas africains, (Annales de PInstitut botanico-geologique colonial de Marseille, I, 1893), und B. Schtjchardt, Die Cola- Nuß in ihrer kommerziellen, kulturgeschichtlichen und medizinischen Bedeutung, Rostock i. M. 1891. In beiden Arbeiten werden eingehende Darstellungen über die Cola-Nuß gegeben.