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VI. Kapitel.
stehenden 3. Zellschicht der Samenschale allein den aromatischen Bestandteil der Pflanze enthalten. Die Samen werden von einem in der lebenden Pflanze schleimigen, im trockenen Zustande dünnen und häutigen Arillus umgeben und hängen meist in Reihen fest aneinander.
An der Samenschale beobachtet man 5 Schichten, von denen die zweite und vierte Zone dünne, ein- oder zweischichtige Hüllen paren- chymatischer Zellen bilden, während alle übrigen Schichten nur eine Zelllage dick sind. Die äußerste Schicht besteht aus dickwandigen, spiralig gestreiften Zellen, die dritte wird von großen, dünnwandigen, iso diametrischen Zellen gebildet, welche das ätherische Oel führen, und die vierte Schicht fungiert als Schutz für die inneren Teile des Samens; sie ist aus eng aneinander schließenden gelblich-braunen Zellen zusammengesetzt, deren Wände so stark verdickt sind, daß an der äußeren Seite der Zellen nur ein kleines Lumen übrig bleibt. Von dieser Zellschicht wird zunächst das Perisperm umgeben, welches wohl den größten Teil des Sameninhaltes einnimmt, mit Stärke dicht angefüllt ist und das völlig stärkefreie Nährgewebe umhüllt; in dem letzteren liegt der Embryo.
Kultur. Die Anzucht der Cardamompflanzen erfolgt nur selten durch Samen, meistens durch Rhizomstücke. Im letzteren Falle beginnt die Pflanze im 3. oder 4. Jahre Früchte zu entwickeln; man nimmt dieselben indessen schon vor der Reife ab, sobald sie sich gelblich zu färben beginnen, weil die reifen Früchte aufspringen und vor dem Abnehmen derselben die Samen leicht herausfallen und zum Teil also verloren gehen würden. Die abgepflückten gelblichen oder gelblich-grünen Kapseln werden ungefähr eine Woche lang einer Nachreife unterworfen und nachher gedörrt; man trocknet sie entweder mehrere Tage lang an der Sonne oder setzt sie in flachen Körben einem schwachen Feuer aus.
Die Kultur der Cardamomen steht auf einer sehr niedrigen Stufe; im südlichen Indien werden die Früchte meist von wildwachsenden Pflanzen gewonnen; dieselben gelangen jedoch im dichten Walde nur sehr spärlich zur Blüten- und Fruchtentwickelung. Die Eingeborenen lichten daher den Wald in der Umgebung der Elettaria- büsche. Für die Vermehrung ist dies ebenfalls nötig und geschieht am zweckmäßigsten im Februar, vor dem Beginn der Regenzeit, aber erst 2 Jahre nachher entwickeln sich die Blüten und Früchte, welche dann im Oktober reifen und geerntet werden können; indessen bleiben die Pflanzen durchschnittlich 7 Jahre lang ertragreich.
Verwertung und Verbreitung. Die Cardamomen finden sowohl in der Medizin, sowie namentlich auch als Gewürz schon seit dem Mittelalter Anwendung. Man gewinnt aus ihnen ein Oel, welches indessen sehr reich an Terpenen ist; H. Haensel in Pirna hat aber gezeigt, daß sich aus ihnen ein Oel herstellen läßt, welches allen An-

