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VI Kapitel.
und bei Zutritt von Wasser wieder aufquellen, wodurch das Bersten sder Fruchtschale befördert wird. Außerdem gewähren diese Arillenkomplexe sowohl durch die dichte, gallertartig-schleimige, allseitige Umhüllung einen Schutz gegen äußere Einflüsse und namentlich gegen tierische Angriffe, und es dürften wohl Insekten und andere kleinere Tiere auch durch den süß-säuerlichen Geschmack der Arillen abgehalten werden, sich den aromatischen Samen allzusehr zu nähern; wenigstens ließ sich dies z. B. ganz direkt beobachten, wenn man kleine Schnecken in die Nähe der von den aufgequollenen Arillen umgebenen Samenballen heranbrachte.
Bei der anatomischen Untersuchung, welche von W. Busse (Arbeiten des Kaiserl. Gesundheitsamtes, Bd. XIV) ausgeführt wurde, ergab 'sich, daß die Samenschale aus 5 Schichten besteht, von denen die vierte Schicht von großen, dünnwandigen Zellen gebildet wird und Oelbehälter führt, welche verkorkte Membranen besitzen und mehr oder weniger reichliche Mengen eines schwach gelblichen, ätherischen Oeles enthalten.
Verwertung. Das Resultat einer vorläufigen Prüfung dieses neuen Cardamom-Oeles giebtHAENSEL in der folgenden kleinen Tabelle:
Cardamom-Oel
aus
Malabar-
Kamerun-
Cardamomen
Cardamomen
Specifisches Gewicht bei 15° C.........
0,9338
0,9071
+ 26,0
— 23,5
54,1
62,5
1,4612
1,4675
123,7
152,1
1 Volum Malabar-Cardamom-Oel ist noch nicht löslich in 45 Volumen 60-proz. Alkohol,
1 Volum Kamerun-Cardamom-Oel löst sich noch nicht völlig klar in 250 Volumen 60-proz. Alkohol.
Das Kamerun-Cardamom-Oel besitzt nach Haensel einen ganz eigentümlichen feinen Wohlgeruch, der etwas an das Parfüm des Lorbeer-Oeles erinnert, aber mit dem des bekannten Cardamom-Oeles nur eine entfernte Aehnlichkeit hat. Obwohl das Kamerun-Cardamom- Oel sich nicht wohlfeil stellen wird, da der Ertrag desselben nur 1,6% betrug, so glaubt Haensel doch, daß es eine praktische und lohnende Verwertung in der Toilettenseifen- oder Parfümeriefabrikation finden wird.
Aus Westafrika gelangen ferner z. T. in den hiesigen Handel die sog. Paradieskörner, Grana Paradisi, die Samen von Amomum Melegueta B.osc., welche einen feurig-aromatischen, pfefferartigen Geschmack besitzen und auch als M e 1 e g u e t a - Pf eff er bezeichnet werden. Die Früchte dieser Pflanze erreichen eine Länge von 8—9 cm und eine Dicke von 2—4 cm; die rundlichen und höckerigen Samen

