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VI. Kapitel.
haben etwa die Größe der Samen der Malabar-Cardamomen. Die Blätter der laubtragenden, sterilen Stengel sind sitzend und schmal-lanzettlich; zweizeilig abwechselnd nach rechts und links angeordnet, stehen sie in dem oberen Teile des Stengels mehr oder weniger gedrängt und geben dem Sprosse fast das Aussehen eines gefiederten Blattes. Die fertilen Stengel sind dagegen nur mit schuppenartigen Deckblättern besetzt tmd tragen an ihrem Ende meist nur je eine Frucht. Es wäre zu wünschen, daß die Amomum-Früchte in den kaufmännischen Kreisen, welche Beziehungen zu unseren afrikanischen Kolonien unterhalten, eine größere Beachtung finden, denn es ist höchst wahrscheinlich, daß auch andere afrikanische Amomum-Früchte eine recht wertvolle Ware liefern werden.
Auch die kugeligen sog. Siam-Cardamomen, welche die Länge der echten Malabar-Cardamomen besitzen, aber die doppelte Dicke erreichen, stammen von einer Amomum-Art (Amomum Cardamomum L.) ab und behaupten ihren Platz im europäischen Handel auch trotz der auf Ceylon jetzt sehr ausgedehnten Kultur der echten Malabar-Cardamomen. Die Samen anderer Amomum-Arten, z. B. diejenigen von A. xanthioides Walle., welche als Bastard-Cardamomen bezeichnet und aus Siam und Tenasserim bezogen werden, gelangen dagegen kaum in den Handel; dasselbe gilt von den Java-Cardamomen, welche von dem auf Java einheimischen Amomum maximum Roxb. gewonnen werden, sowie von den bengalischen oder Nepal-Cardamomen, den Erüchten von Amomum subulatum Roxb. , welches in Sikkim und Nepal sehr verbreitet ist.
4. Curcuma, Curcuma longa L. (Zingiberaceae). Der Bau der Rhizome stimmt mit demjenigen von Zingiber im allgemeinen überein. Die Rhizome werden auch hier von einem 5—10 Zelllagen dickem Kork bedeckt, unter welchem ein aus annähernd kugeligen Zellen bestehendes Parenchym liegt. Zwischen diesen Zellen findet man wieder zahlreiche verkorkte Zellen, welche das Curcumin, einen prachtvollen gelben Farbstoff, sowie ätherisches Oel enthalten. Die Leitbündel sind kollateral gebaut und im ganzen Gewebe mehr oder weniger zahlreich verteilt. Die geernteten Rhizome bleiben lange Zeit, zum mindesten Va— 3 /a J anr entwicklungsfähig und können leicht zu weiterem Wachstum gebracht werden, falls sie nicht durch kochendes Wasser getötet worden sind. Das letztere wird stets nötig, wenn die Rhizome nicht zu weiteren Kulturen dienen sollen, sondern als Handelsware zu versenden sind.
Auch die Wurzeln vermögen an ihren Enden knollenartig anzuschwellen, was an den Wurzeln von Zingiber-Arten noch nicht beobachtet worden ist. Diese anfangs weißen Anschwellungen erreichen oft eine ziemlich beträchtliche Größe, sie sind in der Jugend nur mit Stärkemehl, später aber namentlich mit Curcumin angefüllt, alsdann also gelb 1 ).
1) Die Rhizome aller Ourcuma-AHen sind mehr oder weniger dicht mit Stärke angefüllt; diejenigen von C. leueorrhixa Roxb. und G. angustifolia Roxb. liefern z. B. das ostindische Arrowroot; die genannten Pflanzen sind in Bengalen

