Gewürze.
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selbst gesehen hat, war Pigafetta, der Gefährte Magellan's, der 1521 den Baum richtig beschrieb. Die Angaben Ludovico Bar- thema's, der schon vorher den Baum gesehen haben will, sind unrichtig; Barthema hat auf seinen Reisen die Gewürzinseln gar nicht erreicht.
16. Spanisch erPfeffer, Chillies,in Ostafrika „pile-pile" genannt,
Früchte von Capsicum-Arten (Solanaceae).
Die Capsicum -Arten sind einjährige Kräuter, z. B. C. annuum L., oder ausdauernde Stauden oder Sträucher, z. B. C. frutescens L., C. fastigiatum Bl. und C. minimum Roxb., welche in allen wärmeren Gegenden (auch in milderen Klimaten, z. B. in Südungarn bei Szegedin) kultiviert werden. Sie haben ganzrandige, längliche Blätter und achselständige Blüten, welche letztere denen der Kartoffelpflanze nicht unähnlich sind. Die Frucht, welche das bekannte scharfe Gewürz liefert, ist eine rote oder gelblich-rote, längliche, glatte, etwas aufgeblasene Beere von sehr verschiedener Größe, je nach den einzelnen Arten und Varietäten (Fig. 85). Die zahlreichen, zur Entwickelung gelangenden Samen sind gelblich, zu zwei Seiten flach zusammengedrückt und nierenförmig. Ueber die Stoffe, welche der Frucht die Schärfe verleihen, herrschen noch verschiedene, z. T. sehr entgegengesetzte Ansichten. Tresh fand z. B. in dem flüssigen Teile der Samenträger das Capsa'icin, einen stickstofffreien, außerordentlich gefährlichen Körper; andere behaupten, daß das Alkaloid Capsicin die Schärfe bedinge oder auch das Capsicol. Da es noch nicht gelungen ist, die beiden letztgenannten Stoffe isoliert darzustellen, lassen sich die Fragen nach der Ursache des scharfen Geschmackes noch nicht entscheiden. Durch den Einfluß der Kultur verlieren die Früchte etwas von dem scharfen Geschmack.
Verwertung. Die Benutzung des spanischen Pfeffers ist in der Medizin eine sehr geringe; dagegen ist seine Anwendung als Gewürz weitverbreitet, nicht nur in Europa, sondern namentlich auch in den Tropen, woselbst er z. B. bei der Currybereitung eine große Rolle spielt. In Ostafrika benutzt man u. a. hierfür folgende — wahrscheinlich nur — Varietäten der oben genannten Capsicum-Arten: „pile pile kibanj ani" (C. ceratocarpum Fgh.), „pile pile ndogo" (C. conoides Mill.), pile pile (C. longum L.).
17. Römischer Kümmel, in Ostafrika „bisari" genannt, Cuminum
Cyminum L. (Umbelliferae). Ein in den Mittelmeerländern einheimisches, aber auch in den Tropen vielfach gebautes, einjähriges, zartes, etwa 30 cm hohes, wenig verzweigtes und unbehaartes Kraut. Die Blätter sind 3-teilig. Der mittlere Einschnitt besteht aus 3, die beiden seitlichen aus je 2

