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VII. Kapitel.

aber nur sehr kurze Zeit keimfähig zu bleiben; die Erhaltung der Art würde daher gefährdet sein, wenn nicht Oosporen, d. h. Dauersporen, zur Entwickelung gelangten, welche auch nach einer mehr oder weniger langen Ruhepause zu keimen vermögen. Daß diese Oosporen leicht und in großer Anzahl in den Boden gelangen, bedarf keiner weiteren Begrün­dung; sie werden sich daher sowohl in den Saatbeeten, wie im freien Felde finden und bei ihrem Auskeimen jede neue Anpflanzung leicht in­fizieren. Der Boden bleibt also verseucht und läßt sich für den Tabak­bau zunächst nicht mehr verwenden.

Wie auch in anderen, ähnlichen Fällen, so z. B. bei der Rostkrank­heit der Kaffeeblätter, hat sich die Anwendung der sog. Bordelaiser Brühe, einer Mischung von Kalkmilch und Kupfervitriollösung, als Be- kämpfüngsmittel außerordentlich bewährt. Dieselbe tötet den Pilz sicher. Da aber beim Bespritzen mit dieser Flüssigkeit nicht nur die jungen Keimpflänzchen, sondern auch die Erde der Aussaatbeete und resp. der Tabakfelder getroffen werden, so ergiebt sich, daß auch diejenigen Teile des Pilzes, welche sich in dem Boden oder auf der Oberfläche desselben befinden, vernichtet werden. Die verseuchten Saatbeete werden also hierdurch ebenfalls desinfiz'iert.

Aus den infizierten Keimpflänzchen treten die durch ihre schnelle und ausgiebige Keimfähigkeit gefährlichen Conidien auf besonderen Trägern weit über die Oberfläche des Blattes hervor; sie können also von der Bordelaiser Brühe leicht ganz direkt benetzt und getötet werden; die zarten Pflänzchen erleiden hierdurch keinen Schaden, eine Thatsache, welche auch sonst ausnahmslos beobachtet wurde, wo man infizierte Pflanzen mit Bordelaiser Brühe bespritzte.

Auch die Wurzeln der Tabakpflanzen werden mitunter durch einen Pilz schwer geschädigt; man bezeichnet diese Wurzelerkrankung mit Aaltjes-Z iekte. Breda de Haan ist mit der genaueren Untersuchung noch beschäftigt und hofft ebenfalls Vorschläge zur Abhilfe geben zu können.

In Westafrika trat vor einigen Jahren noch ein anderer Schädling auf, Alternaria tenuis N. v. E., ein sonst sehr verbreiteter saprophytischer Pilz, welcher auch in den gemäßigteren Ländern die Aussaatbeete mit­unter recht erheblich geschädigt hat. Die Mycelfäden dieses Pilzes um­spinnen und ersticken schließlich äußerlich die Keimpflänzchen vollständig, während nur relativ wenige Myceläste in das Innere der Setzlinge ein­dringen. Die Entwickelung der Fortpflanzungsorgane erfolgt meist erst an der abgestorbenen Pflanze. Man findet dann zwei auch äußerlich sehr verschiedene Conidien, welche an der Spitze sehr kurzer Conidienträger in Mehrzahl und successive nacheinander in Reihen gebildet werden, also in gleicher Weise wie z. B. die bekannten Conidien des Penicillium glaucum. Die beiden Arten der Conidien sind leicht zu imterscheiden, die einen sind klein, einzellig, farblos und annähernd eiförmig, die anderen sind groß, keulenförmig, mehrzellig und braun. Aber die letzteren, die sog. Sporidesmen, und die einzelligen Conidien, entstehen nicht an den­selben, sondern an verschiedenen Conidienträgern. Bei der Keimung kann dann aus jeder Zelle der Sporidesmen ein Keimschlauch entwickelt werden, in der Regel aber bleiben einige Zellen steril.

Auch Behrens, dem wir eine ganze Reihe vortrefflicher Arbeiten über den Tabak verdanken, hat diese Krankheit genau untersucht und als denSchwamm der Tabaksetzlinge" bezeichnet. Die makroskopisch sichtbaren Symptome dieser Krankheit bestehen nach Behrens im wesent-