Gummi, Harze und Kopale.

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werdender Arten der Gattung Aloe in Betracht ziehen. Wir wissen ja, daß die medizinische Aloe von zahlreichen Arten des Caplandes, vielleicht die beste Aloe des Handels aber von einer Art auf der kleinen Felseninsel Socotra gewonnen wird. Daraus geht hervor, daß die Bildung des Aloe-Harzes weder an eine einzelne Art, noch an ganz specielle klimatische Faktoren gebunden erscheint, wie dies sonst bei manchen Sekreten oder Exkreten der Fall ist.

Von den technisch verwendbaren Harzen, welche das tropische Afrika liefert, besitzt ein Teil nur lokale Bedeutung, so z.B. das Harz einiger Burseraceae, vor allem dasjenige von Canarium Schweinfurthii Engl., des durch das ganze tropische Afrika verbreiteten riesigenMpaffu"- Baumes, ferner dasjenige der Guttiferae, z. B. von Calophyllum Inophyllum L., welcher an der Küste Ostafrikas gedeiht. Von außer­ordentlicher Bedeutung sind jedoch die Kopale, d. h. solche Harze, welche eine große, manche sogar eine sehr große Härte und einen hohen Schmelzpunkt besitzen und die wichtigsten und wertvollsten aller Harze überhaupt darstellen, da sie allein das Material für die Lack- und Firnisfabrikation liefern.

I. Sansibar-Kopal. Schon seit vielen Jahrzehnten wurde aus Ostafrika, besonders von der Sansibarküste, ein Kopal ausgeführt, welcher auch jetzt noch als der beste gilt, von dem aber lange Zeit wenigstens für die wissenschaftlichen Kreise das Abstammungs­gebiet unbekannt oder wenigstens unsicher war. Die erste sichere Nachricht über diesen Kopal, den sog. Sansibar-Kopal, erhielt man durch Klotzsch im Jahre 1862; später folgten dann (von 1871 bis 1877) mehrere genaue Mitteilungen von dem früheren britischen Generalkonsul Kirk in Sansibar, durch welche wir ein ziemlich genaues Bild von der Art und Weise des Vorkommens, ferner von der Menge und der Gewinnungsweise dieses Kopals erhielten. Neuere Mitteilungen von allgemeinerem Interesse sind leider in den letzten Jahren nicht gemacht worden, obgleich dieses Harz an Wichtigkeit immer mehr gewinnt.

Der Sansibar-Kopal stammt ab von Trachylobium verrucosum (Gaertn.) Oliv., einem mächtigen Baume mit dickem Stamm und weit ausgebreiteten Aesten, der 40 m Höhe erreicht. Die Blätter sind paarig gefiedert; auf einem 11,5 cm langen Stiel sitzen am Ende stets nur 2 sehr kurz gestielte, schief-eiförmige oder häufig fast halb­mondförmige Blättchen, welche an der Basis abgerundet, am anderen Ende mehr oder weniger scharf zugespitzt oder ausgezogen sind. Sie sind vollständig kahl, 58 cm lang, 34 cm breit, ganzrandig, leder­artig, glänzend.

Die Blüten sind ziemlich schön und groß, rot gefärbt und in reich- blütige, ausgebreitete Rispen gestellt. Sehr charakteristisch ist ;für