Gummi, Harze und KopaL
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einwärts vor, als das Küstenklima und die Seewinde reichen. Ueberall da verschwindet er, wo ihm durch Hügel oder andere Einflüsse die Seebriese abgeschnitten wird. Ganz besonders häufig soll Trachy- lobium in Usagara sein, wo er stellenweise förmliche Haine bildet. Stamm und Aeste sind vielfach reichlich bedeckt mit einem klaren Harzüberzug. Die Erhärtung des Harzes muß offenbar sehr rasch nach erfolgtem Austritt erfolgen, denn es kommt niemals vor, daß etwa flüssiges Harz abtropft.
Dieses Harz wird vom Baume abgenommen und gelangt als „Baumkopal" (so wenigstens in Sansibar genannt) auf den Markt. Früher wurde dieses minderwertige, ziemlich weiche und leicht schmelzende Harz meist nur an Ort und Stelle verbraucht und kam wohl kaum in den europäischen Handel. Jetzt jedoch, wo immer mehr und mehr Kopal begehrt wird, konnte ich mich an vielen Proben davon überzeugen, daß offenbar größere Mengen dieses Baumkopals nach Europa gelangen, wo er meist unter dem Namen „weißer Sansibar-Kopal" oder „ Sansibar-Kopal in Kugeln" geht.
Dem vom Baume abgenommenen Kopal steht eine andere Sorte sehr nahe, welche von Kirk Chakazzi-Kopal genannt wird. Dieses Harz wird aus der Erde ausgegraben, aber stets nur an solchen Stellen, wo gegenwärtig die Trachylobium-BäumG noch stehen. Die Stücke dieses Kopals sind durch eine nur sehr schwache Verwitterungskruste ausgezeichnet, welche beweist, daß dieses Harz erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit im Boden gelegen haben kann. Dies zeigt sich auch an der geringen Härte des Chakazzi, weshalb diese Sorte auch kaum teurer bezahlt wird als der Baumkopal und früher auch nicht in den Welthandel gelangte. Gegenwärtig wird aber auch der Chakazzi-Kopal (unter diesem Namen im Handel allerdings kaum bekannt), meist als „Sansibar-Kopal ohne Gänsehaut" bezeichnet, offenbar schon in größeren Mengen eingeführt, da zahlreiche Proben schon vor mehreren Jahren in Hamburg eintrafen.
Der Kopal gelangt auf die Weise in die Erde, daß Kopalstücke von den Aesten abbrechen und zu Boden fallen, hauptsächlich aber dadurch, daß abgestorbene Bäume verfaulen und von den Ameisen zerstört werden, worauf die Harzstücke allmählich vom Moder überdeckt werden.
Von diesen beiden Harzsorten, welche mit Sicherheit von Trachy- lobium verrucosum abstammen, unterscheidet sich das schlechthin unter dem Namen „Sansibar-Kopal" gehende Harz sehr auffallend. Der Sansibar-Kopal kommt in der Form von Körnern oder platten Stücken oft von einem Durchmesser von mehr als 20 cm in den Handel. Im rohen Zustande ist das Harz von einer mit Sand vermengten Verwitterungskruste bedeckt, welche undurchsichtig ist. Das Innere jedes

