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XI. Kapitel.
Die geographische Verbreitung der genannten Landolphia- Arten ist folgende:
1) L. Gomorensis (Boj.) Sch. Tropisches Afrika, Comoren (man vergl. oben).
2) L. owariensis P. Beauv. Trop. Afrika, namentlich im Inneren sehr verbreitet, bis 1000 m.
3) L. Kirkii Dyer. Ostafrika; aber nur im Küstendistrikt, entfernt sich kaum 100 km von der Küste.
4) L. Heudelotii A. DC. Trop. Westafrika und Centraiafrika, dringt aber nicht bis Ostafrika vor.
5) L. Petersiana (Kl.) Dyer. Trop. Afrika, Comoren.
6) L. angustifolia K. Sch. Usambara (Ostafrika).
Für die Kautschukgewinnung werden von Landolphia-Arteii jetzt Landolphia comorensis var. florida (Benth.) Sch. und L. Heudelotii A. DC. bevorzugt; in der Kautschuk - Fabrik von Dr. Traun (Harburger Gumraikamra-Co.) gelangt vorwiegend der Milchsaft von L. Heudelotii zur Verarbeitung.
In der neueren Zeit ist wiederholt von England aus auf den Kautschuk von Kickxia africana Benth. aufmerksam gemacht worden. Es wäre von großer Bedeutung, wenn der aus diesem Baume gewonnene Milchsaft in gleicher oder ähnlicher Weise wie derjenige der Landolphia-Arten verwendbar wäre, da die Kickxia- Arten Bäume bilden, aus deren Stämmen bei geregeltem Betriebe die Kautschukmilch von Zeit zu Zeit entnommen werden könnte, ohne dem Baume Schaden zuzufügen. Leider hat sich herausgestellt, daß die Kickxia-Mildi ein für die Technik völlig unbrauchbarer Rohstoff ist und beim Vermengen mit der Milch von Landolphia - Arten die letztere mehr oder weniger entwertet 1 ). Man muß daher auf das äußerste davor warnen, derartige Versuche mit der Milch der Kickxia africana anzustellen.
Im vorigen Jahre ist auch auf zwei kraut- resp. strauchartige Apocynaceen von E. Laurent hingewiesen worden, welche an trockenen Stellen des tropischen Westafrika (zuerst im Congostaate) aufgefunden worden sind, Carpodinus lanceolatus K. Schum. und Clitandra Henriquesiana K. Schum. Diese Pflanzen haben sehr lange und dicke Rhizome, von denen von Zeit zu Zeit die beblätterten Stengel entspringen; in den Rhizomen, welche weithin sich verästeln, wird Kautschukmilch in relativ großer Menge abgelagert. Dieselbe ist den Eingeborenen schon seit langer Zeit bekannt und gelangt nach einiger Präparation als „W urz el kaut sch uk" in den Handel. Die genannten Pflanzen bewohnen die trockenen Gegenden, die sog. Campinen, und würden olfenbar zu einem bedeutenden Aufblühen des Kautschukhandels und der Kautschukindustrie beitragen, wenn die aus ihnen gewonnene Milch gleich gute Präparate lieferte, wie z. B. die Milch
1) Nach den eingehenden Untersuchungen, welche Dr. Traun, eine Autorität in der Kautschuk-Industrie, an den von Dr. Pretjss in Kamerun gesammelten und an das Botanische Museum zu Hamburg gesendeten Proben ausgeführt hat.

