Kautschuk und Guttapercha liefernde Pflanzen. 281
Beseitigung von Bleistiftzeichnungen und dergl. benutzt; seit der Entdeckung des Vulkanisierens aber und der damit in Verbindung stehenden Herstellung des Hartgummis ist der Kautschuk zu einem der wichtigsten Rohstoffe geworden; er ist in vielen Industriezweigen jetzt völlig unentbehrlich.
B. Guttapercha-Pflanzen.
a) Uebersicht der wichtigeren Guttapercha-Pflanzen, nebst ihrer Verbreitung und Kultur.
Der die Guttapercha liefernde Milchsaft stammt ganz ausschließlich von Sapotaceen, in der Regel hohen Bäumen, aus deren Stamm der Milchsaft in ähnlicher Weise wie die Kautschukmilch gewonnen wird. Die wichtigsten Guttaperchabäume werden von den Gattungen Palaquium und Payena geliefert.
Die Palaquium - Arten sind hohe, inilchsaftführende Bäume mit abwechselnden, lederartigen, ganzrandigen Blättern, deren Unterseite einen braun-roten bis goldfarbigen Ueberzug besitzt. Die Blüten sind meist klein und weiß und in wenigblütigen Büscheln angeordnet, welche entweder in den Blattachseln oder über den Blattnarben stehen.
Der Kelch besteht aus 2 Blattkreisen (3 + 3), von denen die Zipfel des äußeren Kreises verkehrt-eiförmig sind und kräftiger, als die 3 inneren, schwächeren, welche abwechselnd stehen. Die Blumenkronröhre ist mehr oder weniger verlängert, die nicht verwachsenen Teile derselben breiten sich weit aus und alternieren mit den Kelchzipfeln. 12 Staubblätter, welche dem Grunde der Blumenkronröhre in 2 Kreisen inseriert sind, von denen diejenigen des äußeren Kreises mit den Abschnitten der Blumenkrone alternieren, die anderen 6 stehen den letzteren gegenüber. Die Staubfäden sind ziemlich lang, die Antheren schmal-lanzettlich, zweispaltig. Der Pruchtknoten ist wollig behaart und enthält 6 Pächer; der Griffel ist lang und cylindrisch. Die Prucht ist eine etw r as fleischige Beere und enthält — infolge Pehlschlagens — nur 1 Samen; derselbe ist gerade und besitzt eine glatte, glänzende Schale; ein Nährgewebe fehlt. Die Cotyledonen sind sehr dick und nicht runzelig.
Derjenige Baum, welcher lange Zeit ganz allein Guttapercha lieferte, ist Palaquium Gutta (Hook.) Burck (= Isonandra Gutta Hook., Dichopsis Gutta Benth. et Hook. f.). Dieser Baum, welcher namentlich im südlichen Malacca sehr verbreitet war, ist infolge des „Raubsystemes", welches man bei der Guttaperchagewinnung betrieb, jetzt beinahe ausgerottet, so daß nur noch wenige Bäume dieser wichtigen Pflanzenart erhalten geblieben sind. Um die Guttapercha zu gewinnen , wurden die Bäume gefällt und darauf die Milch aus dem Stamme entnommen. Daß bei einem solchen System selbst in den Tropen über kurz oder lang auch der reichste Bestand schwinden mußte, liegt auf der Hand. Die wenigen noch erhaltenen Bäume

