Faserstoffe.
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gerechtfertigt, daß die afrikanischen Kolonien Deutschlands bis jetzt noch nicht in die Reihe der Produktionsgebiete für echte „Faserstoffe" getreten sind. Es ist daher begreiflich, daß man schon lange bestrebt gewesen ist, Faserstoffe auch aus dem tropischen Afrika zu erhalten.
Fig. 109. Blattquerschnitte der Sansevieria-Axten. A: S. Kirkii, B\: S. longi- flora, C: S. thyrsiflora, D: S. guineensis, E: S. cylindrica, F: S. zeylanica, G und H: S. Ehrenbergii. — Nach Gurke.
Da nun die Liliaceengattung Sansevieria, welche im Ganzen 11 Arten umfaßt, allein in Afrika mit 10 Arten vertreten ist, von denen mehrere eine anscheinend sehr brauchbare Faser liefern, die indische Sansevieria zeylanica 1 ) aber schon seit uralten Zeiten als Faserpflanze sehr geschätzt wird, so hat man neuerdings große Hoffnungen auf die Fasern von Sansevieria-Arten gesetzt.
Die Arten dieser Gattung sind Stauden mit grundständigen, fleischigen und dicken, bis 2 m und darüber langen Blättern und
1) Sansevieria zeylanica gehört zu den ältesten indischen Kulturpflanzen, und der Faserstoff, der bekannte indische Bogenhanf, führt im Sanskrit den Namen „Goni".

