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XII. Kapitel.
Stelle, wo sie untereinander noch ein Netz bilden. Mitunter reißt man diese Piassaven auch bis zu ihrer Ursprungsstelle ab, obgleich der Baum darunter leidet; dies scheint bei der Gewinnung der Mada- gaskar-Piassaven häufiger zu geschehen.
Die Verwertung der Piassaven. Die kräftigsten aller Pias- save-Arten sind die Raphia- Piassaven; dieselben finden daher u.a. für die Herstellung großer Besen, der sog. Piassave-Besen, namentlich z. B. für die Straßenreinigung, eine weite und fast ausschließliche Verwendung. Sie eignen sich hierzu besser, als irgend ein anderer Rohstoff, da sie, obgleich nur bindfadendick, nicht nur sehr steif und fest, sondern auch äußerst haltbar und elastisch sind. Die Raphia - Piassave kann für diese Zwecke auch durch die Bo- rassus-P i a s s a v e ersetzt werden, die letztere ist infolge der weniger verdickten Bastzellen aber weicher und weniger haltbar; auch zerfasert sie mitunter, nämlich wenn der innere, feinere Bastbelag nebst dem Gefäßteil sich von dem äußeren, mächtigeren Bastbelage loslöst. Die Z?orassws-Piassave wird wohl überhaupt nur da benutzt, wo die Raphia- Piassave schwer oder gar nicht zu erhalten ist, wie z. B. in Südasien; im europäischen Handel wird diese Piassave niemals imstande sein, die Raphia-V i&ss&Ye zu verdrängen.
Da die genannten beiden Piassave-Arten, namentlich aber die Raphia-Yi&ss&ve, in Strängen von mehr als 1 m Länge in den Handel gelangen, aber von der organischen Ursprungsstelle nach dem anderen Ende zu sich allmählich etwas verjüngen und also nicht durchweg gleich dick bleiben, so werden sie in kürzere Stücke von etwa */*—Va m Länge geschnitten. An solchen kurzen Stücken treten noch keine Unterschiede in der Dicke hervor, wohl aber lassen sich solche Stücke dann je nach der Dicke sortieren behufs der Herstellung verschiedener größerer oder kleinerer bürsten- oder besenartiger Gegenstände.
Das Kitul gelangt ebenfalls in Bündeln in den Handel, welche zwar viel dünner, aber ungefähr ebenso lang sind wie diejenigen der Raphia- Piassaven. Es dient zur Herstellung gröberer Pinsel oder feinerer Besen und Bürsten; für die letzteren vielfach auch da, wo die religiösen Vorschriften die Benutzung von Schweinsborsten untersagen.
Die Madagaskar-Piassave kann für die Herstellung von Besen, Pinseln, Bürsten u. dergl. kaum in Frage kommen, da sie infolge ihrer oben beschriebenen Zusammensetzung sehr leicht zerfasert und die einzelnen Stränge dann für diese Zwecke zu dünn werden. Wohl aber hat man in der neueren Zeit gröbere Gewebe von großer Festigkeit und Haltbarkeit aus dieser Piassave hergestellt, auch Taue und Seile u. dergl., im wesentlichen also ähnliche Gegenstände wie aus Coir. Obgleich aber die Madagaskar-Piassave bedeutend länger als Co'ir ist, so ist ihre Verwendung doch eine beschränktere, da sie

