Knollen- und Zwiebelgewächse.

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dienen kann. Wenn der Mais geerntet wird, was etwa l 1 / s2 Monate nach der Pflanzung der Bataten zu geschehen pflegt, bleiben die letzteren, welche bis zur Ernte etwa 5 Monate brauchen, entweder ohne Zwischenfrucht, oder man sät noch einmal Mais dazwischen. Andere Zwischenfrüchte, wie z. B. Bananen, wählt man jetzt nicht mehr oder nur selten.

Dadurch, daß die Stengel der Bataten auf dem Erdboden kriechen und mit vielen Blättern versehen sind, unterdrücken sie die Entwicke- lung von Unkräutern. Man braucht also nicht zu hacken, sondern kann den Erdboden fest lassen, wodurch auch die Ausbildung großer und runder Knollen begünstigt wird. Bei der Ernte, welche etwa Anfang April beginnt, werden die Knollen entweder nur für den jedesmaligen Bedarf, oder in gewissen, meist nicht sehr großen Quantitäten aus der Erde genommen, die Pflanzen selbst aber mög­lichst unberührt gelassen. Dieselben setzen alsdann fortdauernd neue Knollen an, so daß die Felder oft erst nach 23 Jahren erneuert werden.

In vielen Fällen heben die Knollen zur Zeit der Ernte, wo das Laub anfängt gelb zu werden, die Erde empor und lassen sich leicht auffinden und mit der Hacke ausgraben.

Holst unterscheidet in Usambara 4 verschiedene Varietäten von Bataten: 1) Kindolo mit großen, oft 15 cm langen und häufig ebenso breiten, etwas gerunzelten Knollen; 2) Kindolo mit ebenso großen, aber länglichen und nicht runzeligen Knollen; 3) Schumba- lino oder Mankutu oder Kitetta mit 3540 cm langen und nur 78 cm dicken, schlangenförmigen Knollen; 4) Kitaita oder Kim­hella mit mittelgroßen, ungefähr 8 cm langen, spindelförmigen Knollen.

Im Tangalande konnte Holst dagegen nur 2 Sorten unter­scheiden, nämlich wieder 1) die Kindolo (man vergl. 1 und 2) und 2) Kiasi mit ganzrandigen, herzförmigen Blättern und 1012 cm dicken Knollen.

Ob und welche dieser Varietäten mit der auf Fig. 35 wieder­gegebenen var. platanifolia übereinstimmt, hat sich mit Sicherheit nicht ermitteln lassen; vielleicht ist es Kindolo.

Die Bataten sind durch einen großen Reichtum an Stärke ausge­zeichnet und werden ebensowenig wie unsere Kartoffeln roh gegessen, sondern gekocht oder geröstet, überhaupt in ähnlicher Weise wie unsere Kartoffeln zubereitet.

7. Höchst eigenartige Knollen werden von sog. Sclerotien, den nur aus Pilzhyphen bestehenden, festen Dauerzuständen einiger Hut­pilze gebildet. Namentlich in dem Kamerungebiete, bei Batanga, sind dieselben verbreitet und auch den Eingeborenen bekannt, von welchen sie z. T. als Heilmittel, namentlich als blutstillendes Mittel, z. T. in ge­kochtem oder geröstetem Zustande als ein teilweise sehr beliebtes Nah­rangsmittel verwendet werden. Im frischen Zustande besitzen sie auch