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V. Kapitel.

auch Knospenblätter der ersten Ernte, welche nicht gerollt, sondern nur gekräuselt sind. 4) Hyson, die größeren gekräuselten Blätter, auch von der ersten Ernte abstammend.

Die besseren Sorten des schwarzen chinesischen Thees sind folgende: 1) Pekoes (Pak-ho, d. i. weiße Daunen), erkennbar an den mit weißen Haaren besetzten Spitzen der Knospenblätter oder etwas älteren Blättern. Orange-Pekoe hat ein langes, feines Blatt, Flo wery-Pekoe ein etwas größeres Blatt. Die Pekoes stammen meist von der ersten Ernte. Pekoe-Blüten sind keine Blüten, sondern behaarte, junge Knospen, Knospenteile und Pekoe - Abfälle. 2) Souchongs (Saow-Cheong, d. i. kleine Sorte), die kleinen Knospenblätter der zweiten Ernte. 3) Pouchong (Paeow-Cheong, d. i. gefaltete Sorte), die gefalteten mittelgroßen Blätter der zweiten Ernte. 4) Congous (Koong-foo, d. i. mühevolle Sorte) er­fordern viel Zeit für die Zubereitung; sie bestehen aus 38 cm langen und 12 cm breiten Blättern der zweiten Ernte. Enthält 2 Sorten:

a) Karawanenthee (Ning - Chow - Congou oder Moning - Congou),

b) Kaisow- Congou, mit kleinen, feingekräuselten Blättern; wird vielfach als die beste aller Theesorten von Kennern angesehen.

Unter Ziegelthee versteht man eine in Backsteinformen zusammen­gepreßte Masse von verkleinerten Blätterabfällen und Zweigen, mitunter auch der besseren Sorten. Je nachdem der Ziegelthee aus dieser oder jener Sorte bereitet ist, soll sein Wert bemessen werden, falls eine genaue Bestimmung überhaupt möglich ist.

Die Methoden der Theekultur und Theebereitung weichen in Japan allerdings von den in China üblichen in mehreren Stücken ab, aber eine eingehende Schilderung derselben würde zu weit führen, zumal der japanische Thee von dem chinesischen und indischen Thee weit über­troffen wird und daher im europäischen Handel nur eine untergeordnete Stelle einnimmt. Auf Japan findet die Ernte fast ununterbrochen statt, daher treten keine so wesentlichen Verschiedenheiten in der Güte des Blattes je nach den einzelnen Ernten hervor wie in China. Nichtsdesto­weniger unterscheidet man Pekoe, welcher die kleinsten, Souchong, welcher die mittleren und Congou, welcher die größten Blätter enthält.

In China und Japan wird die Theekultur selten im Großen be­trieben.

Die Kultur des chinesischen Theestrauches ist an vielen Orten versucht worden, vielfach aber ohne Erfolg, wie z. B. in Südafrika, auf St. Helena, in Brasilien, in Nordamerika, in Californien, in Singa- pore, Penang u. s. w. Entweder entsprach das Wachstum des Thee­strauches überhaupt nicht den Erwartungen, oder es stellte sich her­aus, daß auch bei der sorgfältigsten Bereitung der Ware das Aroma minderwertig war oder ganz fehlte. Dagegen hat man an den süd­lichen Abhängen des Kaukasus recht gute Erfolge erzielt, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß die Theekultur daselbst eine große Ausbreitung erhalten wird.

Eine Prüfung des Thees erfolgt nach zweierlei Gesichts­punkten, 1) nach dem äußeren Aussehen der Ware, namentlich je nach der Farbe, der Art und Weise des Rollens und der äußeren Form des