Eigentliche Genußmittel.

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Blattes; hierzu ist aber ein sicheres, leider oft schwer zu beschaffen­des Vergleichsmaterial erforderlich, welches die einzelnen in Frage kommenden Sorten des Thees enthält; 2) nach dem Aroma und dem Geschmack, wobei nicht nur eine Prüfung des Aufgusses, sondern namentlich auch das Einatmen der Dämpfe für entscheidend erachtet wird.

Der Thee ist eines der verbreitetsten Genußmittel; aber Chinas Export, der im Jahre 1890 noch mehr als 150 Millionen kg betrug, ist infolge der Konkurrenz des indischen Thees und wohl auch infolge der vielen Verfälschungen geringer geworden und wird, wenn sich noch weitere leistungsfähige Produktionsgebiete bilden, höchst wahr­scheinlich noch mehr abnehmen. In England, wo der jährliche Konsum (pro Kopf) ungefähr 22 l /s kg erreicht, ist der Ceyloner Thee der beliebteste. Es ist dies nicht ohne Bedeutung, denn die anderen europäischen Länder konsumieren viel weniger; Rußland z. B. pro Kopf nur 1 kg jährlich, Holland 1 / 3 kg, Deutschland 1 / 6 kg. Für medi­zinische Zwecke wird der Thee nur selten in Anwendung gebracht; er enthält durchschnittlich etwa 2 °/ 0 Thein, aber der The'ingehalt schwankt je nach den einzelnen Sorten, hat aber auf den Handelswert der Ware keinen Einfluß. Außerdem ist Gerbsäure, oft bis 12°/ 0 , im Thee enthalten, dieselbe geht in Lösung, wenn man die Blätter mit heißem Wasser behandelt.

Geschichtliches. In China ist der Thee wahrscheinlich schon im 4. Jahrhundert n. Chr. bekannt gewesen, aber erst Anfang des 9. Jahrhunderts etwas mehr verbreitet worden. In Japan scheint der Theegenuß im 8. Jahrhundert eingeführt worden zu sein und im 15. Jahrhundert einen größeren Umfang erreicht zu haben. Nach Europa gelangte der chinesische Thee wohl erst im 17. Jahrhundert, in Deutschland findet man ihn 1657 alsherba Theae" zuerst in den Apotheken (in der Taxe der Stadt Nordhausen), 1662 in der Taxe von Liegnitz, 1664 in derjenigen von Ulm. Als verbreitetes Genußmittel hat sich der Thee wohl erst Anfang dieses Jahrhunderts eingebürgert.

Sadebeok, Kulturgewiichse d. deutschen Kolonien.

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