VI. Kapitel. Gewürze.

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Fruchtblättern verwachsene Fruchtknoten ist lang und fleischig und springt erst nach der vollständigen Eeife in 2 Längsnähten auf. Von den Rändern resp. Verwachsungsstellen eines jeden Fruchtblattes geht je ein Samenträger nach innen ab, welcher sich in der Höhle des Fruchtknotens nach der Mitte des Fruchtblattes zu krümmt und teilt, so daß die Frucht im Innern von 12 leistenartigen Trägern durchzogen wird. Die Samen werden in großer Anzahl entwickelt, sie sind schwarz und haben eine rauhe, kräftige Schale; sie sind nur selten keimfähig.

Verbreitung. Die Vanille ist in Mexiko einheimisch, woselbst sie als Kletterpflanze in lichten Waldungen oder an Waldrändern nicht selten angetroffen wird. Auch in den Bergwäldern von Peru ist Va- nilla planifolia gefunden worden, aber gerade da, wo sie am üppigsten gedeiht, ist das Einsammeln der Früchte gefährdet durch eine kleine, giftige Viper, welche daselbst sehr häufig ist.

Kultur. Die Kultur der Vanille ist eine uralte, und es hat sich schon seit langen Zeiten herausgestellt, daß die Früchte der Kulturformen unvergleichlich aromatischer sind als diejenigen der wild gewachsenen Pflanzen. Die beste Vanille, d. h. die ihres Aromas wegen am meisten geschätzte Sorte, gelangt aus Mexiko in den Handel, wo sie beim Dorfe Zentilla (in der Nähe der Stadt Oaxaca) gezogen werden soll. Seit Anfang der 60er Jahre haben die Franzosen die Vanillekultur auf Reunion eingeführt, und zwar mit den besten Er­folgen. Auch auf Mauritius und in den letzten Jahren endlich auch in Deutsch-Ostafrika hat man Anbauversuche mit Vanille gemacht. Die Erzeugnisse derselben gelangen seit Anfang des Jahres 1896 nach Hamburg und werden sehr geschätzt. Es ist dies von ganz beson­derem Werte, da man sonst in mehreren Gegenden der Tropen, auch in Amerika, nur sehr ungenügende Resultate bei der Kultur der Va­nille erhalten hat.

Die Vanille gehört zu den tropischen Gewächsen, welche außer­halb der Wendekreise nicht mehr gedeihen, aber auch innerhalb der­selben gegen übermäßige Temperatur Schwankungen sehr empfindlich sind. Auch ist eine große Feuchtigkeit der Luft und des Bodens der Vanillepflanze nicht zuträglich; in den mexikanischen Dis­trikten, wo die geschätzteste Vanille gezogen wird, beträgt z. B. die Regenmenge 7080 cm, wird aber durch Trockenperioden unter­brochen, welche 45 Monate dauern. Insbesondere aber ist der Wind ein Feind der Vanille, selbst dann, wenn er warm ist; daher gehört es zu den Hauptbedingungen der Vanillekultur, daß die Pflanzen gegen Wind geschützt werden, was entweder durch heckenartige, 45 m hohe Umfriedigungen geschieht, oder indem man die Pflanzen an Spalieren zieht.

Da die Samen in der Regel nicht keimfähig sind, verwendet man für die Vermehrung ganz ausschließlich Stecklinge, welche aus den

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