Gewürze.

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indische Methode, wonach der Dünger erst nachträglich und in be­stimmten Intervallen den Pflanzen zugeführt wird, ist nicht nur eine sehr primitive, sondern hat auch vielfache Bedenken gegen sich und bewährt sich trotz der widersprechenden Behauptungen der Inder keineswegs.

Verwertung und Geschichtliches. Die Rhizome, der für den Handel allein in Frage kommende Teil der Pflanze, sind an zwei gegenüberliegenden Seitenderart abgeflacht, daß ihre Verzweigungen mehr oder weniger in einer Ebene liegen. Sie sind mit grauem, aus mehreren Lagen tafelförmiger Zellen bestehendem Kork bedeckt, unter welchem ein zarteres Gewebe liegt. Dasselbe wird aber vielfach durchsetzt von großen, verkorkten, mit Harz und ätherischem Oel an­gefüllten Behältern und ist somit der Hauptsitz der aromatischen Be­standteile. Harzzellen und Leitbündel sind überhaupt im ganzen Gewebe, auch im weißen, stärkereichen Kern verteilt. In Zucker eingekochte, junge, zarte Rhizomstücke werden unter dem Namen präservierter Ingwer" vorzugsweise aus China in den Handel gebracht.

Der Ingwer ist in Südasien, auch in China seit uralten Zeiten ein beliebtes Gewürz, aber es ist auffallend, daß im klassischen Sanskrit ein Wort dafür fehlt, während daselbst fürPfeffer" zwei Bezeichnungen existieren. Den alten Griechen und Römern war der Ingwer wohlbekannt, Dioscorides z. B. schreibt, daß ereinge­macht in irdenen Töpfen nach Italien gelange". Man hat also hier offenbar zuerst den sog. präservierten Ingwer oder eine Modifikation desselben vor sich gehabt, und der Ingwer scheint auch bis in das Mittelalter in dieser Form vorwiegend nach Europa gelangt zu sein. Erst als die Spanier auf den Wert dieses Gewürzes aufmerksam wurden und dasselbe nach Mexiko und Westindien verpflanzten, hat man die Rhizome schätzen gelernt, und nach den Mitteilungen von Rennie ') wurden im Jahre 1547 schon 22 000 Ctr. aus Jamaica ausgeführt. Diese Zahl allein, welche von einem durchaus zuverlässigen Autor ge­geben wird, sollte doch zu denken geben und auf den Wert der Ingwer­kulturen hinzuweisen imstande sein. Auch in den deutschen Kolonien, in denen die Feuchtigkeitsverhältnisse z. T. recht bedeutende sind, wie z. B. im Togo- und Kamerun gebiet, sollte man Ingwerkulturen in größerem Umfange, als es jetzt geschieht, einrichten, zumal doch die vorläufigen Versuche zu befriedigenden Resultaten geführt haben. Auch wäre es wohl mit Rücksicht auf die sehr geringen Kenntnisse über das Wachstum und die Entwickelung der Ingwerpflanze sehr er­wünscht, wenn genaue Untersuchungen über die Kulturmethoden dieser geschätzten Gewürzpflanze ausgeführt würden. Nach allem, was wir

1) History of Jamaica, London 1807, p. 154.