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VI. Kapitel.

Die Nüsse werden als Handelsware zum Schutze gegen In­sekten u. dergl. äußerlich mit Kalk behandelt; sie haben daher das Aussehen, als wären sie mit einem weißen Pulver bestreut. Das im Nährgewebe enthaltene Fett beträgt etwa x / 3 des Ge­wichtes der Samenkerne und enthält die Myristicinsäure, welche indessen keineswegs den Hauptbestandteil des Fettes bildet, sondern höchstens 12 °/ 0 desselben. Durch Pressen der erwärmten Samen er­hält man das mit ätherischem Oel gemischte Fett, welches bereits bei 45° schmilzt und unter dem Namen Muskatbutter oder Muskat­balsam (Oleum . s. Balsamum Myristicae) bekannt ist; es unter­liegt vielfachen Verfälschungen, läßt sich aber andererseits so leicht darstellen, daß auch kleinere Kücheneinrichtungen hierzu ausreichen. Die Wertschätzung der Nüsse erfolgt nach der Größe derselben, welche allerdings außerordentlichen Schwankungen aus­gesetzt ist, denn von der kleineren Sorte gehen mehr als 500 Nüsse auf 1 Pfd., von den größten Sorten dagegen kaum 50; nach Warburg wiegen bereits 42 Nüsse der größten Sorte 1 Pfd.

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Fig. 82. Myristica fragrans Houtt. Längsschnitt durch den Samen, g Arillus (Samenmantel), h äußeres Integu- ment, bei r durch die Raphe durchbrochen, m Nährgewebe. n Embryo. Nat. Gr. Nach Berg und Schmidt. H W»

Die Fruchtschale (das Pericarp) wird von den Eingeborenen in mehrfacher Form gegessen, mit Zucker oder Essig eingemacht ge­langt sie aber auch in den europäischen Handel und wird zu feinen Konfekten benutzt.

Bildungsabweichungen findet man nicht selten; am be­kanntesten sind die sog. Zwillingsnüsse, wo in einer Frucht zwei mehr oder weniger verwachsene Samen zur Entwickelung gelangt sind, aber nur von einem gemeinsamen Arillus umhüllt werden. Auch Muskatnüsse mit weißem oder rot und gelblich geflecktem Arillus trifft man zuweilen an.

Verbreitung. Der Baum wird auf südasiatischen Inseln, namentlich auf der Insel Banda kultiviert und ist wahrscheinlich auch auf diesen Inseln einheimisch, bis jetzt aber im wildwachsenden Zu­stande noch nicht aufgefunden worden. Die frühere Mitteilung, daß auf der Insel Batjan, am Berge Sibella, ein Wald echter Muskatbäume wildwachsend angetroffen worden sei, ist nicht richtig. Nach den Forschungen von 0. Wärburg, der diesen Berg selbst bestiegen hat, ist die daselbst vorkommende Myristica-Axt nicht Myristica fragrans Houtt., also nicht der echte Muskatnußbaum, sondern ein ganz anderer Baum, mit durchaus abweichenden Blättern, den Warburg als Myristica speciosa bezeichnet. Es ist nicht unmöglich, daß diese