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VI. Kapitel.

Frucht beobachten. Es ist daher auch die möglichste Sorgfalt bei der Abnahme der Früchte zu empfehlen.

Vom 12. oder 14. Jahre an kann man auf die Vollernte rechnen.

Andere Myristica- Arten. Außer der Myristica fragrans Houtt., der echten Muskatnuß, kommt als nutzbare Muskatnuß nur noch die Papua- oder Neu-Guinea-Muskatnuß, Myristica argentea Warb., in Betracht, welche an der Westküste Neu-Guineas in der Land­schaft Onin von Warburg wild aufgefunden wurde und daselbst von der Ebene bis zu einer Seehöhe von 600 m gedeiht. Diese Art ist durch die mit breiten, groben Ruminationsplatten versehenen, großen, länglichen Früchte, den nur in 4 Lappen geteilten Arillus, welcher auf der Ober­fläche des Saniens nur ganz flache Furchen hervorbringt, sowie durch die auf der Unterseite silberfarbigen Blätter (daher der Name argentea) aus­gezeichnet. Das Pericarp ist sehr dick, und auch die Testa erreicht eine Dicke von fast 1 mm. Der Arillus ist unter den Namen Papua-Macis und Makassar-Macis in den europäischen Handel gelangt, steht aber sowohl an Feinheit des Aromas wie an Aussehen dem Arillus von M. fragrans sehr nach. Wenn nun sowohl die Kerne als auch die Samenmäntel von M. argentea denen der echten Nuß an Aroma und also an Wert nicht gleichkommen, so ist doch zu beachten, daß diese Art noch nicht in zweckmäßige und methodische Kultur genommen worden ist. Es ist nicht unmöglich, daß dieser Baum ebenfalls wert­vollere Erträge liefert, wenn er in geordnetem Plantagenbetriebe ge­zogen wird.

Nicht zu verwechseln mit M. argentea ist die durch sehr dünne Ruminationsplatten charakterisierte Myristica fatua Houtt. , deren Aroma bald verloren geht; es ist dies die sog.männliche Muskat­nuß", deren geringer Wert als Gewürz auch bereits von den älteren Schriftstellern betont wird.

Eine als Gewürz und Droge ebenfalls völlig wertlose, nicht aromatische Ware stammt von Myristica malabarica Lam., der sog. wilden Bombay-Muskatnuß resp. wilden Bombay-Macis, und ist leider ein ziemlich häufiges Verfälschungsmittel der echten Macis.

Als nutzbare Muskatnüsse bezeichnet Warburg dagegen die noch näher zu untersuchenden Myristica succedanea Bl. und M. Schefferi Warb. Das Aroma derselben ist sehr fein und dauer­haft; es würde sich daher der Anbau dieser Bäume voraussichtlich recht lohnend gestalten.

In pulverisierter Macis findet man mitunter kaum 10 °/ 0 echte Macis, alles Uebrige ist die genannte wertlose wilde Bombay-Macis. Aber durch die, wenn auch nur in geringen Mengen beigemischte echte Macis erhält das ganze Pulver doch noch das Aroma der letzteren und wird daher von den Unkundigen als echte Macis ange-