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VI. Kapitel.
und der Macis in Marseille bereits ein Zoll gelegt, und im Jahre 1380 wurde dieselbe Maßregel von der Stadt Brügge getroffen, weil die Einfuhr dieser Handelsware in zu großen Mengen, ballenweise, erfolgte. Im Jahre 1582 führte die "Warentaxe zu Worms bereits Oleum Myristicae und Oleum Macidis destillatum auf.
Nachdem aber im Jahre 1605 die Portugiesen durch die Holländer von den Gewürzinseln vertrieben worden waren, fand ein Rückgang des Importes der Muskatnüsse statt, weil die Holländer alle Waren und Drogen der Gewürzinseln monopolisierten. Erst dann, als der Anbau der dort besonders kultivierten Gewürzpflanzen auch in anderen Gegenden der Tropen gelang, wurde dieses mit eiserner Strenge festgehaltene Monopol aufgegeben.
14. Zimt oder Caneel, Cinnamomum zeylanicum Breyne und Cinnamomum Cassia Blume (Lauraceae). Die aus der Rinde junger Zweige gewonnene Ware „Zimt" stammt von mehreren Arten der Gattung Cinnamomum, namentlich von
1) Cinnamomum zeylanicum Breyne, welches auf Ceylon wild vorkommt ;
2) Cinnamomum Cassia Blume (C. aromaticum Nees), welches im südlichen China einheimisch ist und nur westlich von Canton kultiviert wird.
1) Cinnamomum zeylanicum Breyne, Zimt, Ceylon-Zimt, Caneel. (Offic. Cortex Cinnamomi zeylanicus; Cinnamomum acutum.)
Verbreitung und Kultur. Ein im wilden Zustande bis ungefähr 10 m hoher, immergrüner Baum, dessen Blätter aber anfangs, d. h. bei ihrer Entfaltung, intensiv rot sind und erst später die bekannte glänzend - grüne Farbe des Lorbeer erhalten. Die grünen Blätter, welche beim Zerreiben etwas nach Nelken riechen, sind von derber, lederartiger Struktur und haben 3 — 5 parallele Hauptnerven, welche von der Basis bis zur Spitze verlaufen. Die Nerven
II. Ordnung sind bedeutend weniger kräftig und verlaufen rechtwinklig zu den Hauptnerven. Die Blüten weichen von dem allgemeinen Typus der Lauraceen - Blüte kaum ab (man vergl. Fig. 83).
Fig. 83. Cinnamomum zeylanicum Breyne. Längsschnitt durch die Blüte, a Receptaculum, b äußeres, c inneres Perigonblatt, d — f Staubgefäße der ersten bis vierten Reihe, i Stempel, k Samenanlage; vergr. — Nach Berg und Schmidt.
Auf Ceylon findet man die Zimtbäume im wilden Zustande bis über 2000 m in den Bergwäldern, und nach Thwaites und Beddome gehören auch die Zimtbäume des ostindischen Küstendistriktes zu

