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XII. Kapitel.
mehreren Quadratkilometern die andere Vegetation zurückdrängen, also mehr oder weniger natürliche Plantagen bilden, Sansevieria Kirkii aber, welche den größten Bestandteil dieser Sansevieria- Komplexe bildet, die wertvollste Faser liefert.
Wenn man bei der Ernte der Blätter in rationeller Weise vorginge, d. h. in einer dem geregelten Forstbetriebe unserer Gegenden entsprechenden Form, so würden sich diese Bestände auch dauernd erhalten und infolge ihrer mächtigen Ausdehnung auch großen Ent- faserungsmaschinen stetig neues Material liefern können.
Durch die leichte Isolierbarkeit der Faser — welche man übrigens auch an den trockenen Blättern von Agave Sisalana beobachtet — sind nun diese (und wahrscheinlich auch andere) Sansevieria- Arten vor vielen Gespinn stfaserpflanzen — z. B. Ramie u. der gl. —■ ausgezeichnet, welche ebenfalls im Gewebe der vegetativen Organe (Stengel oder Blätter) den Faserstoff enthalten. Dieser Vorzug ist aber nicht zu unterschätzen, denn er macht vielleicht die Benutzung von Ent- faserungsmaschinen entbehrlich. Für Agave Sisalana hat man allerdings ganz brauchbare Entfaserungsmaschinen in Anwendung gebracht. Wahrscheinlich würden dieselben Maschinen oder nur geringfügige Modifikationen derselben auch zur schnellen Entfaserung von Sanse- z^erza-Blättern genügen. Es bedarf überhaupt noch weiterer Versuche, ehe man über die Verwertung der Sansevieria-F&ser ein entscheidendes Urteil gewinnen kann.
Verwertung. Der Faserstoff der Sansevierien würde sich seiner Konsistenz wegen nicht für die Herstellung feinerer Textilarbeiten eignen; immerhin aber würde er in gleicher Weise wie der Sisalhanf, der Manilahanf, die Cocosfaser u. s. w. für Seiler- und gröbere Flechtarbeiten eine weite Verwendung finden können.
2. Sisalhanf, Agave Sisalana Perr. (= A. rigida Mill.) (Amaryllidaceae).
Mehrjährige, hohe, halbstrauchartige Stauden mit einem mächtigen Rhizom, mit grundständigen, in eine Rosette angeordneten, faserigfleischigen Blättern, welche keinen besonders hervorstehenden Blattrand haben, aber dornig gezähnt sind. Die Blüten stehen in Knäueln, welche auf riesigem Schafte zu einem mächtigen, lockeren, rispigen Blütenstande angeordnet sind. Die Früchte stehen aufrecht.
Die Blüten sind strahlig, das trichterförmige Perianth ist oberhalb des nnterständigen Fruchtknotens inseriert. Die Blumenkronröhre ist meist etwas kurz, die freien Abschnitte derselben sind länglich-eirund. Die Anzahl der Staubblätter ist 6, sie sind dem Schlünde der Blumenkronröhre angeheftet, die Filamente sind dünn, die Antheren linealisch. Der Fruchtknoten ist 3-fächerig, der Griffel ist säulenförmig und trägt einen 3-lappigen Narbenkopf. Die Samenanlagen sind in großer Anzahl zwei-

