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XII. Kapitel.

drängten, lanzettlichen, herabgebogenen Blätter trägt. Der gesamte Blütenstand wird von einer riesigen, aus der Blätterrosette heraus­ragenden, pyramidenförmigen, terminalen Rispe gebildet, deren Ver­zweigungen erster Ordnung fast horizontal abstehen.

Die kurz gestielten Blüten stehen an den Verzweigungen höherer Ordnung entweder einzeln oder büschelartig zu 23 in den Achseln der Bracteen und sind außerdem von kleinen Deckblättchen umgeben. Nicht selten findet man eine Blüte nebst ihren Deckblättern zu einer Adventiv- knospe umgewandelt, welche sich von der Mutterpflanze leicht loslöst und alsdann eine selbständige Entwickelung nimmt.

Die Blüten- und die Fruchtbildung gleicht im wesentlichen der der Gattung Agave, unterscheidet sich aber durch die rundliche, scharf 3-kantige Frucht, sowie durch die sehr kurze Blumenkronröhre, infolge­dessen die Staubblätter über dieselbe herausragen.

Diese ebenfalls im tropischen Amerika einheimische Pflanze wird wegen des in ihren Blättern enthaltenen Faserstoffes vielfach kultiviert, in der neueren Zeit auch in Ostafrika (Fig. 111). Die Anatomie des Blattes und die Beschaffenheit der Faser stimmt im wesentlichen mit dem Sisalhanf überein, aber die Faser des letzteren wird allge­mein vorgezogen.

Fig. 111. Ausgewachsener Mauritiushanf, Fourcroya gigantea Vext., auf der Gouvernementspflanzung Kurasini bei Dar es Salam. Nach einer Photographie von Prof. F. Wohltmann.