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XII. Kapitel.

Stengel ein unterhalb des Collenchyms gelegenes Sklerenchym, dessen Wände mit dem zunehmenden Alter allmählich mehr und mehr verholzen; seine größte Elasticität und Biegsamkeit erreicht es zur Zeit des Abblühens der Pflanze. Dieses Sklerenchym liegt nahe unter der Oberfläche des Stengels und läßt sich leicht von dem­selben abschälen, da die dasselbe umgebenden Gewebeschichten aus zarten Zellen bestehen und der Lostrennung keinen großen Widerstand entgegensetzen. Das der Faserstoff im Welthandel die Rolle spielen wird, welche man auf Reunion erhoffte, ist nicht anzunehmen, denn die Produktion ist bereits zurückgegangen.

7. Baumwolle, Gossypium barbadense L. (Malvaceae).

Die zur Gattung Gossypium gehörenden, teils strauch- und baum­artigen , teils krautigen Gewächse haben eine lange Pfahlwurzel, 35-, seltener auch 7-lappige, mehr oder weniger gestielte, große Blätter sowie einen im ganzen ziemlich übereinstimmenden Bau der einzeln in den Blattachseln stehenden Blüten und Früchte. Drei große, herzförmige, an der Spitze vielfach zerteilte Außenkelchblätter umgeben einen niedrigen, fast ganzrandigen und angedrückten 5-spaltigen Kelch. Die 5 großen Blumenblätter sind meist gelb (nur die des Gossypium hirsutum sind weiß) und werden beim Verblühen rötlich. Die Frucht ist eine 35-fächerige, in ebensoviel Klappen aufspringende Kapsel, welche in jedem Fache eine Anzahl von Samen enthält. Von der gesamten Samenoberfläche werden lange Haare, die Baumwolle, in großer Anzahl entwickelt, welche stets einzellig bleiben, auch wenn sie, wie z. B. die Sea - Island - Baumwolle (G. barbadense L.), eine Länge von 45 cm erreichen. Die aus reiner Cellulose bestehenden dünnen Wände dieser Haare werden von einer Cuticula überzogen. Beim Aufspringen der Kapsel quellen die Haare zu einem mäch­tigen Schopf auf, der weit über die Klappen herausragt; sie be­deuten für die Pflanze ein nicht zu unterschätzendes Verbreitungs­mittel. Bei einigen Gossypium- Arten ist die Oberfläche der Samen außer mit den genannten langen Haaren, welche allein den Faserstoff Baumwolle" bilden, mit einem ziemlich dichten Filz von kurzen, gelb­lichen Haaren bedeckt (so z. B. bei G. arboreum, herbaceum u. s. w.). Bei anderen Arten (G. barbadense L. und G. peruvianum Cav.) fehlt dieser Filz. In dem letzteren Falle, insbesondere bei G. barba­dense lösen sich die langen Samenhaare (d. h. also die Baumwolle) leicht von dem Samen ab, was für die technische Verwendung der­selben von dem größten Werte ist. Es bleibt also der schwarze Samen alsdann unbehaart und völlig glatt zurück. Bei denjenigen Gossypium- Arten dagegen, deren Samen noch mit einem kurzen, gelb­lichen Filz bekleidet sind, lösen sich die Samenhaare nur schwer von dem Samen ab.