Faserstoffe.
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im tropischen Afrika würden dann eine umfassende Kultur und Produktion beherrschen können und Erträge liefern, welche in heute noch ungeahnten Werten sich belaufen. Allerdings müßte die Voraussetzung zutreffen, daß die Beschaffung der Arbeitskräfte sich nicht erheblich teurer gestalte als in Indien; sonst wäre jeder Versuch einer Konkurrenz mit Bengalen ausgeschlossen. Sollten sich aber nicht Mittel und Wege finden lassen, hierbei einzugreifen? Auch für Neu-Guinea wäre dann die Jutekultur in Betracht zu ziehen. Die Franzosen haben in Tonking mit dem Anbau der Jute schon seit einigen Jahren begonnen und Erträge erzielt, welche bedeutender sind als die der meisten anderen tropischen Kulturpflanzen.
In jedem Falle aber müßte man Sorge dafür tragen, daß zunächst allein die weißstengelige Varietät von Corchorus capsularis zum Anbau verwendet werde, weil dieselbe bei den jetzigen Kulturmethoden die feinste und längste Faser liefert.
6. Chou-Chou oder Cho-Cho, Sechium edule Sw. (Cucurbitaceae).
Die Pflanze ist monöcisch, aber die weiblichen und männlichen Blüten stehen in derselben Blattachsel, letztere zu drei oder mehr in kleinen Trauben, erstere meist nur einzeln oder höchstens zu zweien. Die fleischige Frucht hat etwa die Größe einer Melone; sie enthält aber nur ein Fach mit einem herabhängenden Samen, welcher bereits in der Frucht zu keimen beginnt, während die letztere an ihrer Spitze sich öffnet. Die Wurzeln werden sehr groß.
Verbreitung und Kultur. Die Pflanze stammt aus West- indien, wird aber jetzt vielfach in den Tropen und auch in subtropischen Gegenden gebaut und des schnellen und ausgiebigen Wachstums wegen auch als Schattenpflanze verwendet; aber sie bedarf behufs ihres Gedeihens einen fruchtbaren Boden und wird am besten an Spalieren, Stangen, Lauben u. dergl. gezogen, an denen sie emporklettern kann. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, wonach die Pflanze schon im ersten Jahre Früchte entwickelt. Später sollen nach F. v. Müller an einer Pflanze etwa 100 Früchte zur Reife gelangen. Auch in Ostafrika hat man an einigen Orten mit der Kultur dieser Pflanze begonnen, namentlich in Anbetracht der Faserstoffgewinnung.
Verwertung. Die Früchte sind eßbar, ebenso die stärkehaltigen, großen Wurzeln.
Der aus dem Stengel dieses Schlinggewächses gewonnene F a s e r- stoff, welcher in papierdünnen und etwa '/*—1 cm breiten Streifen oder Bändern fast allein von Reunion in den Handel gelangt, ist außerordentlich leicht und biegsam und wird für die Anfertigung von leichten Sommerhüten oder für die Garnierung derselben seit einigen Jahren verwendet. Das den Faserstoff liefernde Gewebe bildet im

