Faserstoffe.

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die Palme, von welcher in Südamerika zuerst die Piassaven gewonnen wurden, kurzwegPiayaba-Palm e" (Attalea funifera Mart.); jetzt erhält man, wie unten näher erörtert werden wird, die Piassave von mehreren Palmenarten.

Piassave ist eine technische Bezeichnung für die oft mehr als 1 m langen, festen, bis bindfadendicken, rotbraunen oder dunkel­farbigen, mehr oder weniger elastischen Stränge, welche in überaus großer Anzahl am Stamme einiger Palmen entspringen und entweder vollständig oder wenigstens anfangs aufrecht gerichtet sind. Im letz­teren Falle biegen sie sich früher oder später abwärts und hängen mit ihren Enden herab, so daß sie dem Baume ein höchst charakte­ristisches Aussehen geben. Diese sehr eigenartigen Gebilde sind die­jenigen Teile der Blattscheiden und Blattstiele, welche auch nach dem Absterben und der Verwesung des Blattes an dem Stamme erhalten bleiben. Es sind dies die mit festen, dunkelfarbigen, sklerenchyma- tischen Belegen versehenen, ursprünglich, wie bereits bemerkt, den Blattscheiden und z. T. auch den Blattstielen angehörigen Leitbündel (Blattadern), welche, je nach ihrer Anordnung im lebenden Pflanzenteile entweder namentlich anfangs untereinander verwachsen sind oder als isolierte, feste Stränge der Verwesung Widerstand geleistet haben.

Die verschiedenen Arten der Piassaven werden bis jetzt von folgenden Palmen gewonnen:

1) die Raphia - Y i&ss&v e von Raphia vinifera P. B. des tropi­schen Westafrika (man vergl. S. 12) und vielleicht auch von anderen Raphia- Arten;

2) die Borassus- Piassave von Borassus flabellifer L. auf Ceylon, aber nicht von Borassus flabellifer var. Aethiopum Mart. des tropischen Ostafrika;

3) Kitul oder Kitool von Caryota urens L., der Kitulpalme Ceylons;

4) die Madagaskar-Piassave von Dictyosperma fibrosum Wright. auf Madagaskar;

5) die südamerikanische, d. h. die Para- oder Bahia-Pias- save von Attalea funifera Mart. und wahrscheinlich auch von anderen Attalea-Arten.

Der Bau der Piassaven. Die Piassaven der genannten Palmenarten weichen in ihrem anatomischen Bau im allgemeinen nicht ab von einem typischen Palmen-Leitbündel, soweit man überhaupt von einem solchen sprechen kann. Bei allen Piassaven finden wir daher die die Nährstoffe und das Wasser leitenden Gewebeteile, d. h. den Siebteil (das Leptom) und den Gefäßteil (das Hadrom) von starken, den gesamten Pflanzenteil festigenden Bastbelegen umgeben und derart angeordnet, daß der Siebteil in dem Pflanzenorgan, hier also in der Blattscheide, nach außen, der Gefäßteil nach der Innenseite derselben