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V. Kapitel.

2. Cacao, Theobroma Cacao L. (Sterculiaceae). Ein mittelgroßer Baum mit alternierenden, großen, lederartigen, länglich-eirunden, ganzrandigen, glänzenden Blättern und kleinen, zahl­reichen Blüten, welche meist in der Achsel abgestorbener Blätter stehen, seltener stammbürtig sind.

Die Blüten sind strahlig, hypogyn, mit einem 5-zähligen, in der Aestivation klappigen, nach dem Verblühen ausdauernden Kelche; sie enthalten 5 freie Kronblätter, deren Scheidenteil zu einer sehr eigen­artigen Kapuze ausgebildet ist, welche die Antheren aufnimmt, während die Spreite sich zu einer einfachen Platte entwickelt (Fig. 65). Von den 10 am Grunde zu einer kurzen Röhre verwachsenen Staubblättern sind nur 5 bis zur Ausbildung der Antheren vorgeschritten, die dazwischen befind­lichen (im Diagramm den Kelchblättern gegenüberstehenden) Staubblätter sind nur Staminodien, welche als steife, lange, linealisch-lanzettliche Zähne über die Röhre herausragen und durch ihre rote Färbung sehr auffallen.

Die extrorsen (nach außen gewendeten) Antheren sind dithecisch und 4-fächerig. Das Gynoeceum ist ein ein­facher 5-fächeriger Fruchtknoten, welcher in jedem Fache zwei Reihen von Samenanlagen enthält.

Fig. 63. Theobroma Cacao L. Diagramm. Nach Eichler.

Die Frucht ist eine gurkenähnliche, rotgelbe Beere, deren Wandung aber sehr bald holzig wird; ihre 5 Fächer, sowie die Anordnung der Samen entsprechen ihrer Anlage im Fruchtknoten. Die Samen besitzen kein Nährgewebe, sondern zwei dicke und unregelmäßig gefaltete Cotyle-

donen, welche fast vollständig von der inneren Schicht der Samenschale ein­gehüllt werden. Sie enthalten ein Alka- loid,Theobr omin, welches wie das­jenige des Kaffees und des Thees ner­venerregend ist und sich auch in seiner chemischen Zusam­mensetzung nur wenig von dem letz­teren unterscheidet. Außerdem enthält der Same noch

Fig. 64. Theobroma Cacao. Zweigstück mit Blüten. Stärke, Fett, Gummi X nat. Gr. Nach Berg und Schmidt. und andere Be-