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V. Kapitel.

Man hat auch Kreuzungen des assamischen und des chinesischen Thees vorgenommen, aber man hat dabei wiederholt die Erfahrung gemacht, daß das Aroma der Blätter dadurch Einbuße erleidet.

Kultur und Verwertung. Die Anpflanzung des Theestrauches erfolgt ausnahmslos durch Samen, aber erst im 3. Jahre nach der Aussaat kann mit der Ernte der Blätter begonnen werden. Ein Strauch liefert alsdann ungefähr 1 / 4 kg (nach dem Röstprozesse sogar nur Vi 6 kg), aber im 5.6. Jahre erreicht der Ertrag schon ca. 3 / 4 kg und in 810 Jahren steigt er noch bis auf mehr als 1 kg. Indessen werden um diese Zeit die Blätter schon zu groß und minderwertig. In vielen Fällen wird der Strauch daher schon zu dieser Zeit aus­gerodet. In anderen Fällen trifft man Maßregeln, um der Ver­schlechterung der Blätter vorzubeugen und wendet zu dem Behufe ein ähnliches Verfahren an, wie z. B. mitunter bei der Kultur der Rebe, indem man das Bäumchen stark beschneidet und bis auf einen oder wenige Zweige alle übrigen entfernt. Nachdem die alsdann her­vorgebrochenen jungen Triebe einigermaßen erstarkt sind, werden auch alle noch am Strauche befindlichen älteren Zweige fortgenommen. Aber die Blätter der zweiten Triebe erreichen nie die Güte, welche die ersten besaßen, und nach kurzer Zeit muß das Bäumchen doch als wertlos verlassen werden. Es ist daher viel richtiger, die Bäumchen bereits nach dem 10. Jahre zu entfernen und neue Aussaaten vorzunehmen, wie dies z. B. auf Ceylon jetzt überall zu geschehen scheint.

Bei der Aussaat ist darauf zu achten, daß der Boden trocken sein muß und eine wenn auch nur schwache Mistdüngung nicht fehlen darf. Auch ist es von Vorteil, wenn die geognostische Unter­lage etwas kalkhaltig ist; bei gänzlichem Mangel an Kalkgehalt ist als Ersatz desselben vor der Aussaat eine Besserung des Bodens mit Gips oder anderen kalkhaltigen Verbindungen zu empfehlen. Nach der Aussaat ist für eine Reinhaltung der Keimpflänzchen Sorge zu tragen; nichtsdestoweniger ist es nicht richtig, die Anzucht in be­sonderen Saatbeeten vorzunehmen, da die Wurzeln der jungen Pflänzchen außerordentlich empfindlich sind und beim Ueberführen in die definitiven Standorte fast immer leiden, wodurch nicht uner­hebliche Ausfälle entstehen. Es sind daher in den ersten 2 oder 3 Jahren Zwischenpflanzungen anzulegen, am besten Mais, welcher die genügende Beschattung giebt, aber an den Boden Ansprüche stellt und daher eine sehr sorgsame Düngung verlangt. Auch die gärtnerische Behandlung der Pflanzen ist für die Güte der Blätter von großer Bedeutung; es ist wichtig, daß die Keimpflänzchen zuerst auf ca. 1012 cm über dem Erdboden zurückgeschnitten werden und auch bei größeren Pflanzen das regelmäßige Schneiden nicht unter­lassen wird. "Wenn die Bäumchen etwa J / 9 oder 1 m Höhe erreicht haben, spitzt man sämtliche Zweige ein, so daß die Krone der Bäum-