Kapitel VII.

Der Entscheidungskampf am Waterberg.

Stumpf und träge ist jeder Neger, wenn er am glimmenden Feuer die nächtliche Ruhe hält. Holz auflegen oder die Stücke zum Schwelen zusammen schieben, tut er von Kindesbeinen an im Schlaf. Aber ein Schwarzer rückt selten ab, wenn es zu hell brennt; lieber verbrennt er sich seine Glieder.

Heut Nacht war es im Lager der Herero anders gewesen! Spione hatten in all den vergangenen Tagen aller Gemüter durch ernste Nachrichten in Aufregung gebracht; sie wurde verstärkt durch ein unheimliches, blitzendes Licht, das seit gestern Abend über die tausendköpfige Menge hinwegflammte, dem es wie mit Wetterleuchten von allen Seiten zu antworten schien. Das war die Signalabteilung des Leutnants Auer von Herrenkirchen, die mit kühnem Wagemut die Signallampe dicht über dem Feinde auf den schroffen Felsen des Waterbergs aufgebaut hatte und nun wichtige Meldungen von einer Abteilung zur anderen übermittelte.

Und als nun gegen Morgen die ersten Vorposten das Nahen der weißen Krieger meldeten, da hatten die Herero ihre faule Eigenart verleugnet. Sie waren aufgestanden als ein einiges, haßerfülltes Volk, durch diesen Haß, ihre große Zahl und die Gewandtheit im Buschkampf, die sie in jahrzehntelangen Kämp­fen gegen die Hottentotten erwarben, ein Gegner von gewalti­ger Größe und Kraft.

Samuel Mahaherero hatte den Oberbefehl. Die einzelnen Stämme standen unter bewährten Unterhäuptlingen, die jetzt dem Dütschmann warmen Empfang bereiteten.

Ich schrieb Euch schon einmal vomalten Römer?" Das